Philosophie

Da war doch noch was?

Manchmal springt einen dieses Gefühl an. Dieses Gefühl, dass zwischen Job und Alltagshetze irgendetwas fehlt. Dass man noch wachsen könnte, aber selbst nicht weiß, wohin. Dass man sich spüren möchte, aber ohne jedes Drama.

 

Das kann helfen: Rausgehen in die Natur. Augen, Ohren und Nase aufsperren. Sich inspirieren lassen von den Formen und Gestalten, den Gerüchen, Materialien, Geräuschen, Oberflächen, Farben, und was man sonst findet auf seinem Weg. Sich wegtragen lassen aus dem Alltag ins Jetzt. Und sich dem ganz eigenen Rhythmus seines eigenen Selbsts anvertrauen.

 

Auf diese Weise entsteht Kunst, ganz natürlich. Ohne Regeln um Fluchtpunkt, Perspektive und Proportion. Aber auch ohne die Vorstellung, es “richtig” machen zu wollen, oder eine vorgefasste Idee unbedingt zu verwirklichen (und das ist in aller Regel der schwierigste Teil der Übung!). Denn im künstlerischen Umgang mit der Natur gibt es nur einen Selbst und das Tun. Die Natur liefert das Material – wir fügen die Einzelteile neu zusammen. Mit Geduld, Phantasie und dem selbstvergessenen Ernst eines spielenden Kindes. 

 

Anders als in der Bildhauerei oder der Malerei kann man das Ergebnis seiner künstlerischen Arbeit nur kurz mit Händen greifen. Die Kunstwerke der Landart sind vergänglich: das Muster aus Blättern mit dem nächsten Windstoß aufgewirbelt, der Steinturm von der Brandung zerstreut, die Farbe vom Baumstamm abgewaschen. Was bleibt ist vielleicht eine Fotografie, aber vor allem die Erinnerung an genau dieses Teil, was zwischen Job und Alltagshetze regelmäßig verloren geht.

 

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